Historisches


Bei Ausgrabungsarbeiten Anfang der 1980-er Jahre wurden die ehemalige Kirche, ein Friedhof und Spuren von Wohnhäusern entdeckt. Im Bild (oben) sind acht Stelen aus Edelstahl abgebildet. Zu sehen sind diese acht Edelstahlstelen südlich des U-Bahnhofes Cottbusser Platz. Wenn man mit der U-Bahn fährt sind diese nicht zu übersehen und weithin sichtbar. Sie stehen für die Vergangenheit und sollen an das mittelalterliche Helwichstorpp erinnern. Genau auf der Fläche nämlich, deren Eckpunkte je zwei Stelen markieren, stand einst die erste Hellersdorfer Kirche. Sie war etwa 16 Meter lang und 9 Meter breit und wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die Kirche war Mittelpunkt eines kleinen Dorfes mit Häusern aus Holz und Lehm.



Viele Menschen glauben, wenn sie Hellersdorf hören, ach ja diese Platte im Osten, da wo vorher nichts war. Aber weit gefehlt.

Hellersdorf wurde 1375 als Helwichstorpp erstmahls im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt. Das Dorf war kleiner als seine Nachbarn Kaulsdorf (Caulstorp, 1347 erstmahls urkundlich erwähnt) und Mahlsdorf (Malterstorp, 1347 erstmahls urkundlich erwähnt) und wurde bald eine so genannte Wüstung, d.h. unbewohnt.

Jahrzehnte gehörte Hellersdorf benachbarten Adelsgeschlechtern. 1836 kam das Vorwerk Hellersdorf an die Familie von Arnim, die es zu einem Rittergut mit Gutshof ausbaute, auf dem auch das Herrenhaus stand.Auch Wohnhäuser für Gutsarbeiter und später eine Schule für deren Kinder wurden errichtet. 1886 erwarb die Stadt Berlin das Rittergut. Auf dem westlich der Wuhle gelegenen Land entstand 1890 - 1893 die Städtische Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische. Das größere, östlich der Wuhle gelegene Gebiet wurde zu Rieselfeldern. 1920 kam dann auch Hellersdorf verwaltungsrechtlich zur neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin. Später wurde es Unterwohnplatz im Ortsteil Marzahn, der zu Berlin-Lichtenberg gehörte. Wirtschaftlich wurde das Gut Hellersdorf Teil der 1922 gegründeten "Berliner Stadtgüter GmbH".

Am 5. Januar 1979 entstand aus Teilen der Stadtbezirke Lichtenberg und Weißensee der neue Bezirk Berlin-Marzahn, der sich aus den Ortsteilen Biesdorf, Marzahn (wozu auch das Siedlungsgebiet Friedrichsfelde Ost gehörte), Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf zusammensetzte. Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf wurden dann am 01. Juni 1986 wieder aus Marzahn herausgelöst und in dem neuen Bezirk Berlin-Hellersdorf zusammengeschlossen. Seit dem 1. Januar 2001 sind die fünf Ortsteile wieder vereint in dem neu gegründeten Bezirk Marzahn-Hellersdorf.